Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kräuterfreunde,

die Kunst, Heilpflanzen in potentielle Arzneien zu verwandeln, ist das Herzstück unserer Arbeit. In diesem Newsletter werfen wir einen tiefgehenden Blick auf die häufigsten Probleme bei der Herstellung von Kräuter-Tinkturen und bieten praxiserprobte Lösungen an.

Die Temperaturen sinken, die Heizungsluft trocknet unsere Schleimhäute aus – die Hochsaison für Schnupfen und Erkältungen bricht an. In diesem Newsletter möchten wir Sie mit fundierten Informationen versorgen: Was genau löst den Schnupfen aus? Wie steckt man sich an? Und was kann man wirklich tun, um die Symptome zu lindern?

In diesem Newsletter tauchen wir tief in die Welt zweier bedeutender Heilpflanzen ein: Majoran (Origanum majorana) und Echte Lavendel (Lavandula angustifolia). Wir beleuchten sowohl ihre Zubereitung als Tinktur (alkoholischer Auszug), als Ölauszug (Mazerat) und die ätherischen Öle aus westlich-wissenschaftlicher Sicht als auch aus der Perspektive der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Tinkturen herstellen – Probleme erkennen und elegante Lösungen finden

Die Qualität der Ausgangsmaterialien

Die Herausforderung

Eine Tinktur kann niemals besser sein als die Pflanze, aus der sie hergestellt wurde. Unsichere Identifikation, verunreinigte, schimmelnde oder falsch getrocknete Kräuter sind neben der Auswahl des falschen Lösungsmittel die häufigste Fehlerquelle.

Die Lösungen

Sichere Identifikation: “Wenn du es nicht kennst, lass es stehen!” Dieser alte Spruch gilt mehr denn je. Nutzen Sie Bestimmungsbücher, Apps zur Unterstützung und im Zweifel den Austausch mit erfahrenen Kollegen. Bei kritischen Pflanzen (z.B. Schierling vs. Wilde Möhre) ist absolute Gewissheit Pflicht.

Sammelort: Ernten Sie fernab von Straßen, landwirtschaftlichen Monokulturen (Pestizidgefahr!) und Hundespazierwegen.

Trocknungsprozess: Trocknen Sie Kräuter schnell und in vielen Fällen am besten luftig in der Sonne. Eine zu langsame Trocknung (Schimmel, Wirkstoffverlust durch zu lange wirksame Enzyme) oder zu hohe Hitze (Wirkstoffverlust) sind zu vermeiden. Die Kräuter sollten nach der Trocknung raschelig und farbecht sein und kühl und dunkel gelagert werden.

Lagerung der Kräuter: Schutz vor Licht (va. UV-Licht), Sauerstoff, Feuchtigkeit, Hitze und Insektenbefall.

Bezugsquellen: Beziehen Sie Ihre Drogen von seriösen, zertifizierten Händlern, die Reinheits- und Identitätszertifikate vorlegen können.

Sie wollen mehr Wissen:  ⇒ Tinkturen Herstellung — Teil 1

Die Wahl des richtigen Lösungsmittels

Die Herausforderung

Nicht alle Wirkstoffe lösen sich in jedem Lösungsmittel gleich gut. Die falsche Wahl führt zu einer weniger wirksamen oder minderpotenten Tinktur.

Die Lösungen – Eine Entscheidungshilfe

Alkohol (Ethanol):  Das universellste Lösungsmittel.

○ Vorteil:  Löst sowohl wasserlösliche (z.B. Gerbstoffe, Bitterstoffe) als auch fettlösliche (z.B. ätherische Öle, Harze) Inhaltsstoffe sehr gut aus. Haltbarmachend, konservierend und gut bioverfügbar.

○ Nachteil:  Nicht für alle Patienten geeignet (trockene Alkoholiker, Kinder, Schwangere). Die Lösung für dieses Problem » in einem der nächsten Newsletter.

 

[>] Profi-Tipp

Verwenden Sie mindestens 38%igen Alkohol (am besten geeignet ist Kornschnaps, verwenden Sie keine Obstbrände) für die meisten Blätter und Blüten und 60% bis 70%igen Alkohol für harte Wurzeln und Rinden. Für harzreiche Drogen (z.B. Propolis, Myrrhe) sind 80% und mehr ideal. Schleimstoffdrogen wie Eibischwurzel benötigen einen höheren Wasseranteil, 25% bis 35%iger Alkohol ist ideal.

Pflanzliches Glycerin:

○ Vorteil:  Alkoholfrei, süßlich im Geschmack (ideal für Kinder), besitzt eigene feuchtigkeitsspendende Eigenschaften.

○ Nachteil:  Löst v.a. wasserlösliche Stoffe gut, aber kaum fettlösliche. Geringere konservierende Wirkung als alkoholische Tinkturen, sind daher kürzer haltbar.

 

[>] Profi-Tipp

Verwenden Sie mindestens 60-80%iges pflanzliches Glycerin. Ideal für Schleimstoffdrogen (z.B. Eibischwurzel, Lindenblüten) oder für die Herstellung von alkoholfreien Tropfen.

Apfelessig:

○ Vorteil:  Alkoholfrei, preiswert, liefert Mineralstoffe.

○ Nachteil:  Sehr begrenztes Lösungsspektrum, saurer Geschmack, geringe Haltbarkeit.

 

[>] Profi-Tipp

Vor allem für mineralstoffreiche Kräuter (z.B. Brennnessel, Schachtelhalm) in Kurzzeit-Anwendungen.

Sie wollen mehr Wissen:  ⇒ Tinkturen Herstellung — Teil 1

Der Extraktionsprozess – Mazeration

Die Herausforderung

Ungenaue Mischverhältnisse, falsche Zerkleinerung der Drogen, zu kurze oder zu lange Mazerationszeit und ungeeignete Gefäße können das Ergebnis beeinträchtigen.

Die Lösungen

Das Mischungsverhältnis (Drogen-Ansatzmittel): 

○ Frische Pflanzen:  Üblicherweise 1:2 (z.B. 100g frische Pflanze auf 200ml Alkohol – 60% bis über 80%).

○ Getrocknete Pflanzen:  Üblicherweise 1:5 bis 1:3 (z.B. 100g getrocknete Droge auf 500ml Alkohol-Wasser-Gemisch).

○ Merke:  Das Verhältnis beeinflusst die Konzentration. Dokumentieren Sie Ihr Vorgehen für jede Charge!

Zerkleinerung (Schröpfen):  Je größer die Oberfläche, desto effizienter die Extraktion. Zerkleinern Sie getrocknete Wurzeln und Rinden in einer Kaffeemühle. Blätter und Blüten sollten nur grob zerkleinert werden, um ein Verklumpen zu vermeiden.

 

Mazerationsgefäß:  Verwenden Sie Glasflaschen (bevorzugt braune), um lichtempfindliche Inhaltsstoffe zu schützen. Das Gefäß sollte luftdicht verschlossen sein. Die Menge der Kräuter und des Alkohol-Wasser-Gemisches immer so wählen, dass möglichst keine Luft im Gefäß verbleibt (Sauerstoff zerstört wirksame Inhaltsstoffe)

 

• Mazerationsdauer & -ort: 

○ Mindestens 4 Wochen,  für harzreiche Drogen oder sehr harte Pflanzenbestandteile gerne 6 bis 8 Wochen.

○ Tinkturen die auf der Pflanzenmatrix  an einem dunklen Ort stehen bleiben sind in der Regel sehr lange haltbar, teils mehrere Jahre. Wichtig ist, dass keine Luft (Sauerstoff) im Mazerationsgefäß ist.

○ Ort:  Stellen Sie die Flasche an einen dunklen, warmen Ort (nicht in den Kühlschrank!).

○ Schütteln:  Schütteln Sie die Flasche täglich, zumindest die ersten 2 bis 3 Wochen! Dies löst gelöste Stoffe von der Pflanzenoberfläche und ermöglicht frischem Lösungsmittel, neue Stoffe aufzunehmen. Es beschleunigt den Prozess erheblich.

 

[>] Profi-Tipp

Das Lösen der wirksamen Bestandteile aus einer Pflanze ist ein komplexer Vorgang, bei dem sich die einzelnen Stoffe gegenseitig in ihrer Löslichkeit beeinflussen. Folgende Faktoren wirken sich positiv auf das Ergebnis aus: Richtiges Alkohol-Wasser-Gemisch, Zerkleinern der Droge, Zeitdauer, Wärme, Schütteln, Abwesenheit von Licht, Luft und Sauerstoff.

Sie wollen mehr Wissen:  ⇒ Tinkturen Herstellung — Teil 1

Erkältungszeit – Fakten zu Rhinoviren, Ansteckung & bewährten Strategien

Die Übeltäter

Rhinoviren — Hoch ansteckend und vielfältig (30-50% aller Fälle)

Coronaviren — (10-15%)

RS-Viren — Besonders bei Kindern

Influenzaviren — Die echte Grippe

Adenoviren — Leichte Atemwegserkrankungen

Die Begleitumstände

Die Jahreszeit und ihre Rolle

○ Temperaturwechsel:  Der Körper muss sich auf wechselnde Temperaturen einstellen.

○ Trockene Heizungsluft:  Trocknet die Nasenschleimhäute aus und macht sie anfälliger.

○ Häufigere Aufenthalte in geschlossenen Räumen:  Erhöht die Ansteckungsgefahr.

 

Begünstigende Faktoren

○ Stress, Emotionen und Schlafmangel

○ Ungesunde und unregelmäßige Ernährung

○ Vorerkrankungen

○ Immunsuppressive Medikamente

 

Wie gelangen Viren in unseren Körper

○ Tröpfcheninfektion:  Durch Niesen, Husten, Sprechen.

○ Kontaktinfektion:  Über Händeschütteln, Türklinken, gemeinsam genutzte Gegenstände.

○ Schmierinfektion:  Von der Hand an Nase oder Augen.

 

Besonders ansteckend

○ 1-2 Tage vor Symptombeginn

○ Während der ersten 2-3 Symptomtage

Sie wollen mehr Wissen:  ⇒ Link Schnupfen

Die Lösungen

Die Abwehrreaktion des Immunsystems

○ Virenerkennung:  Das Immunsystem erkennt die Eindringlinge.

○ Alarmstufe:  Botenstoffe werden ausgeschüttet, Gedächtniszellen werden angeregt.

○ Entzündungsreaktion:

▪ Erweiterte Blutgefäße (Rötung)

▪ Erhöhte Durchlässigkeit (Schwellung)

▪ Vermehrte Schleimproduktion

○ Abtransport:  Die Viren werden eingefangen und ausgeschleust, abgebaut.

 

Immunsystem stärken

 

○ Ernährung

▪ Vitamin C-reiche Lebensmittel (Zitrusfrüchte)

▪ Zinkhaltige Nahrung (Kürbiskerne, Haferflocken)

▪ Ausreichend Eiweiß für Antikörper

 

○ Lebensstil

▪ Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft

▪ Ausreichend Schlaf (7-8 Stunden)

▪ Stressreduktion durch Entspannungstechniken

 

○ Hygienemaßnahmen

▪ Regelmäßiges Händewaschen

▪ Lüften von Räumen

▪ Abstand zu erkrankten Personen

▪ Eigene Handtücher verwenden

 

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)

 

○ Bei verstopfter Nase:

▪ Meerrettich: Wirkt antibiotisch und schleimlösend

▪ Kapuzinerkresse: Enthält natürliche Antibiotika

▪ Majoran: Löst den Schleim und wirkt keimtötend

 

○ Zur Stärkung des Immunsystems:

▪ Sonnenhut (Echinacea): Stimuliert die Abwehrkräfte

▪ Taigawurzel: Stärkt die Widerstandskraft

▪ Astragaluswurzel: Stärkt die Abwehrkräfte

 

Bewährte Hausmittel

 

○ Inhalationen:

▪ Kamillenblüten beruhigen

▪ Eukalyptusöl befreit die Atemwege

▪ Lavendelblüten entkrampfen die glatte Muskulatur

 

○ Wickel und Auflagen:

▪ Topfen (Quark)-Wickel bei Entzündungen

▪ Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen

▪ Wadenwickel bei Fieber

 

○ Majoran-Lavendel-Nasensalbe:

▪ wirkt entzündungshemmend und antimikrobiell

▪ abschwellend und atemwegsbefreiend

▪ bei Schnupfen, Allergien, Mittelohrentzündung
⇒ Link Shop Majoran-Lavendel-Nasensalbe

Sie wollen mehr Wissen:  ⇒ Link Schnupfen

 

[>] Profi-Tipp

Was wir oft vergessen: Die seelische Komponente

Ein Schnupfen kann auch ein Zeichen dafür sein, dass wir eine Auszeit brauchen. Unser Körper zwingt uns zur Ruhe, wenn wir es selbst nicht tun. Vielleicht ist es an der Zeit, inne zu halten und auf die Signale unseres Körpers zu hören.

In diesem Sinne: Gute Besserung und bleiben Sie gesund!

Majoran und Echte Lavendel – Zwei starke Heilpflanzen gegen Schnupfen

Majoran

Westliche medizinische Perspektive

Botanische Einordnung:

○ Familie:  Lippenblütler (Lamiaceae)

○ Wissenschaftlicher Name:  Origanum majorana

○ Verwandt mit:  Oregano (Origanum vulgare)

 

Wichtige Inhaltsstoffe:  Ätherische Öle (1,5 – 3,5%), Flavonoide, Gerbstoffe, Rosmarinsäure, Bitterstoffe

 

Wissenschaftlich belegte Wirkungen:

○ Verdauungsfördernd

○ Antimikrobielle Wirkung

○ Beruhigende Wirkung auf das Nervensystem

○ Äußerliche Anwendung als Nasensalbe, gegen Verspannungen

 

Klinische Anwendungsgebiete:

○ Funktionelle Magen-Darm-Beschwerden

○ Leichte Schlafstörungen

○ Infekte der oberen Atemwege

○ Lokale Schmerzbehandlung

 

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

○ Schwangerschaft (wegen möglicher uteriner Wirkungen)

○ Stillzeit (unzureichende Datenlage)

○ Allergie gegen Lippenblütler

 

Moderne Forschung bestätigt traditionelles Wissen:

○ Rosmarinsäure:  Entzündungshemmend (entspricht Hitze klärend in TCM)

○ Ätherische Öle:  Antimikrobiell (unterstützt Abwehr-Qi)

○ Flavonoide:  Antioxidativ (schützt das Yin)

 

Sie wollen mehr Wissen:  ⇒ Link Majoran und Lavendel

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Grundlegende Eigenschaften

○ Chinesischer Name:  Mo Jiao Lan

○ Geschmack:  Scharf (xin), Bitter (ku), Aromatisch (xiāng)

○ Temperaturverhalten:  Warm (wen)

○ Wirkrichtung:  Oberfläche befreiend (jiebiao), Shao Yang Kälte und Feuchtigkeit ausleitend, Qi-Stagnation auflösend, Geist klärend

○ Funktionskreise (Meridiane):  Lunge (Fei), Gallenblase (Dan), Magen (Wei), Dickdarm (Da Chang)

 

TCM-Wirkungen und Anwendungen

○ Lunge öffnend und Schleim umwandelnd:  Bei äußeren Wind-Kälte Mustern, befreit die Nase, löst Schleim, verstopfte Nase, Sinusitis, Husten mit klarem Schleim

○ Milz und Magen stützend:  Reguliert das Qi von Milz und Magen, beseitigt Nahrungsstagnation, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen, Durchfall, Krämpfe

○ Qi bewegend:  Löst Stagnation (Gallenblase greift den Magen an), harmonisiert die Emotionen, Stress, innere Anspannung, Reizbarkeit

○ Oberfläche befreiend:  Vertreibt äußere pathogene Faktoren, bei Wind-Kälte, beginnende Erkältung mit Frösteln

 

Typische TCM-Muster für Majoran-Anwendungen

○ Wind-Kälte attackiert die Lunge:  Symptome: Frösteln, leichte Temperaturerhöhung, verstopfte Nase, klare Sekretion, in Kombination mit Ingwer und Thymian

○ Magen-Qi-Mangel mit Nahrungsstagnation:  Symptome: Appetitlosigkeit, Völlegefühl nach dem Essen, Müdigkeit, in Kombination mit Kümmel und Fenchel

○ Gallenblasen-Qi-Stagnation:  Symptome: Reizbarkeit, prämenstruelle Spannungen, Stress, weißer Ausfluss, in Kombination mit Melisse und Lavendel

 

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

○ Hitze-Muster  (roter Zungenkörper, gelber Belag)

○ Yin-Mangel   mit Trockenheitssymptomen

○ Bei längerer Anwendung Vorsicht wegen austrocknender Wirkung

 

Interessante Synergien

○ Die antimikrobielle Wirkung  unterstützt die Lunge in der TCM

○ Die krampflösende Wirkung  entspricht dem Lösen von Qi-Stagnation

○ Die verdauungsfördernde Wirkung  stärkt Milz und Magen

 

Sie wollen mehr Wissen:  ⇒ Link Majoran und Lavendel

Echter Lavendel

Westliche medizinische Perspektive

Botanische Einordnung:

○ Familie:  Lippenblütler (Lamiaceae)

○ Wissenschaftlicher Name:  Lavandula angustifolia

○ Weitere Arten:  Lavandula latifolia (Speiklavendel), Lavandula stoechas (Schopflavendel)

 

Wichtige Inhaltsstoffe:  Ätherisches Öl (1-3%), Cumarine (u.a. Umbelliferon), Flavonoide, Gerbstoffe, Triterpene

 

Wissenschaftlich belegte Wirkungen:

○ Beruhigende und anxiolytische Wirkung

○ Spasmolytische Wirkung

○ Antimikrobielle und fungizide Wirkung

○ Durchblutungsfördernd und schmerzlindernd

○ Wundheilungsfördernd

 

Klinische Anwendungsgebiete:

○ Angststörungen und Unruhezustände

○ Ein- und Durchschlafstörungen

○ Funktionelle Magen-Darm-Beschwerden

○ Spannungskopfschmerzen

○ Lokale Entzündungen der Haut

 

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

○ Schwangerschaft (wegen möglicher uteriner Wirkungen)

○ Stillzeit (unzureichende Datenlage)

○ Allergie gegen Lippenblütler

○ Vorsicht bei Einnahme von Beruhigungsmitteln (kann die Wirkung verstärken)

 

Moderne Forschung bestätigt traditionelles Wissen:

○ Linalool und Linalylacetat:  Beruhigend auf das ZNS (entspricht Beruhigen des Shen)

○ Entzündungshemmende Wirkung:  unterstützt das Kühlen von Hitze

○ Antimikrobielle Eigenschaften:  unterstützt das Entgiften

 

Sie wollen mehr Wissen:  ⇒ Link Majoran und Lavendel

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Grundlegende Eigenschaften

○ Chinesischer Name:  Xun Yi Cao

○ Geschmack:  Sehr aromatisch (xiāng), Bitter (ku)

○ Temperaturverhalten:  Warm (wen)

○ Wirkrichtung:  Beruhigend, nach innen und unten ableitend

○ Funktionskreise (Meridiane):  Herz (Xin), Dickdarm (Da chang), Magen (Wei), Gallenblase (Dan), Dreifacher Erwärmer (San Jiao)

 

TCM-Wirkungen und Anwendungen

○ Beruhigt das Herz und den Geist (Shen):  Bei Unruhe, Schlafstörungen, Palpitationen, stärkt das Herz-Qi und Herz-Yin, Herz-Qi-Leere mit Unruhe, Herz-Yin-Mangel mit Schlafstörungen

○ Bewegt das Gallenblasen-Qi und löst Stagnation:  Bei emotionaler Anspannung, Reizbarkeit, PMS, harmonisiert das Holz-Element und löst Qi-Stagnation, Gallenblasen-Qi-Stagnation mit emotionalen Schwankungen

○ Vertreibt Wind und löst Krämpfe:  Bei Muskelkrämpfen, Spannungskopfschmerz, Wind in den Muskeln und Sehnen

○ Kühlt Hitze und entgiftet:  Bei Hautausschlägen, Entzündungen, Hitze-Mustern, Hitze in der Lunge (Haut), toxische Hitze

 

Typische TCM-Muster für Lavendel-Anwendungen

○ Herz-Qi-Leere mit Unruhe des Shen:  Symptome: Palpitationen, Schlaflosigkeit, Vergesslichkeit, innere Unruhe, in Kombination mit Jujube und Passionsblume

○ Gallenblasen-Qi-Stagnation:  Symptome: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, prämenstruelles Syndrom, Spannungskopfschmerz, in Kombination mit Rosenblüten und Chrysanthemen

○ Wind-Hitze oder Feuchtigkeit-Hitze in der Haut:  Symptome: Rote, juckende Hautausschläge, Akne, in Kombination mit Kapuzinerkresse und Schafgarbe

 

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

○ Qi-Mangel  mit ausgeprägter Müdigkeit (kann das Qi weiter schwächen)

○ Trockene Muster  wegen der stark aromatischen Wirkung

○ Bei längerer Anwendung in hohen Dosen: mögliche Trocknung von Yin und Körperflüssigkeiten

 

Interessante Synergien

○ Die beruhigende Wirkung  Wirkung auf das Nervensystem entspricht dem Beruhigen des Herz-Shen in der TCM

○ Entzündungshemmende Wirkung  unterstützt das Kühlen von Hitze

○ Antimikrobielle Eigenschaften  unterstützt das Entgiften

 

Sie wollen mehr Wissen:  ⇒ Link Majoran und Lavendel

Zusammenfassende Bewertung

Zusammenfassende Bewertung

Majoran und Lavendel sind ausgezeichnete Beispiele für Heilpflanzen, deren Wirkung sowohl durch moderne wissenschaftliche Methoden als auch durch jahrtausendealte traditionelle Erfahrung bestätigt wird. Während die westliche Medizin die konkreten Wirkmechanismen und Inhaltsstoffe analysiert, bietet die TCM ein ganzheitliches Verständnis der energetischen Wirkungen auf die Körpersysteme. Beide Perspektiven ergänzen sich ideal und zeigen Majoran und Lavendel als wertvolle Heilpflanzen.

In Kombination wirken beide Heilkräuter in unserer Majoran-Lavendel-Nasensalbe entzündungshemmend und antimikrobiell, lassen die Schleimhäute abschwellen und sind bei Schnupfen, Allergien und Mittelohrentzündungen hoch wirksam.

⇒ Link Shop Majoran-Lavendel-Nasensalbe

Beachten Sie: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei ernsthaften Gesundheitsproblemen konsultieren Sie bitte eine Fachperson.

Zusammenfassung & Ausblick

Die Herstellung von Kräutertinkturen ist eine wunderbare Verbindung von traditionellem Wissen und präziser Handwerkskunst. Indem wir die häufigen Fallstricke kennen und die entsprechenden Lösungen anwenden, schaffen wir es, reproduzierbar hochwertige und wirksame Arzneien für unsere Praxis herzustellen.

Experimentieren Sie, dokumentieren Sie und vertrauen Sie auf Ihre Sinne: Eine gute Tinktur riecht aromatisch, schmeckt intensiv nach der Ausgangspflanze und sieht meist klar und farbintensiv aus.

In unserem nächsten Newsletter gehen wir einen Schritt weiter und beschäftigen uns mit der Filtration und Lagerung von Tinkturen.

Mit herzlichen Grüßen und bleiben Sie Ihrer Natur verbunden

Ihr Team von der Apotheke Boznerplatz in Zusammenarbeit mit  Walter Pils – Fachmann für Heilkräuter & Tinkturen